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Sind Sie schon Agil?

Vor zwei Wochen traf ich überraschend meinen Kollegen Ruedi Rötheli. Wir kennen uns seit Jahren. Haben einmal im gleichen Unternehmen gearbeitet. Seither sehen wir uns in unregelmässigen Abständen. Letztmals am Frühlingsanlass vor einem Jahr. Kurzentschlossen nutzten wir deshalb das zufällige Treffen, um in einem Restaurant einen Kaffee zu trinken. Nachdem wir uns gegenseitig auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht hatten, fragte ich Ruedi, mit was er sich gerade beschäftige.

„Bei uns ist die Agilomanie ausgebrochen“, antwortete er mit leicht ironischem Unterton in der Stimme. „Das ganze Unternehmen befasst sich nur noch mit dem Thema Agilität. Agile Mitarbeiter, Agile Führung, Agiles Unternehmen. Man könnte meinen in den letzten Jahren hätte nur Passivität, unstrukturiertes Herumeiern und zielloser Aktivismus den Alltag geprägt.“

Schiefertafel 1Mein leicht irritierter Blick veranlasste Ruedi nach einem Schluck Kaffee das Thema zu vertiefen. „Die Geschichte wurde durch unseren Informatikleiter ausgelöst. Er besuchte ein Seminar zum Thema Agiles Projektmanagement. Keine drei Monate später fand bereits ein firmeninterner Kurs für die Informatikprojektleiter zum Thema statt und kurz darauf wurde das erste Agile Projekt realisiert. Der leicht euphorische Abschlussbericht in der Geschäftsleitung, löste ein mittleres Erdbeben aus, worauf eine Agile Welle wie ein Tsunami über das Unternehmen hereinbrach. Plötzlich sollten alle Teams Agil agieren, sich flexibel zeigen, Verschiedenartigkeit als Chance des Wandels nutzen und zuversichtlich, offen und transparent an Veränderungen herangehen. „Mobil ist gestern, Agil ist Morgen“, war von einem Moment auf den anderen der neue Leitsatz.“

Erneut sah mich Ruedi fragend an, als würde er eine Reaktion erwarten.
„Tönt interessant“, stellte ich etwas zögernd fest. „Das kannst du schon sagen, du musst dich ja nicht damit auseinanderzusetzen. Nach dem Entscheid der Geschäftsleitung, das Agilität der neue Leitsatz des Unternehmens ist, entwickelte die Personalabteilung einen Test, den jeder ausfüllen musste. Je nach Resultat wurde man danach zu einem Gespräch aufgeboten. Ich hatte meines vor zwei Wochen. Jetzt darf ich freiwillig an einer internen Schulung teilnehmen, in der uns der Agile Wandel im Unternehmen vermittelt wird.“ Ruedis Gesichtsausdruck sagte zur Genüge, wie sehr in das Ganze begeisterte. „Nach Ostern werden wir zwei Tage irgendwo im Entlebuch auf die Agile Führung und die damit verbundenen Erwartungen des Unternehmens an uns Führungskräfte, eingestimmt. Danach sollen wir das Agile Führungsverständnis im Alltag umsetzen und im Herbst an einem dritten Schulungstag Erfahrungen austauschen und das Wissen vertiefen. Mögliche weitere Massnahmen werden anlässlich des Quali-Gesprächs Ende Jahr besprochen. Was immer das auch heissen mag.“

Ruedi stierte einen Moment vor sich hin, als befinde er sich bereits mitten im Kurs. Dann wandte er sich mir unvermittelt zu und fragte: „Und du, mein Freund, bist du eigentlich schon Agil?“

„Das ist eine gute Frage. Schick mir doch den Fragebogen, dann finde ich es heraus.“

„Mach ich, du hast Morgen ein Mail von mir mit dem Fragenbogen inklusive der Auswertung.“Stichwörter
 
Danach tauschten wir noch ein paar Belanglosigkeiten aus, bevor wir uns verabschiedeten. Das Gespräch mit Ruedi hatte ich schon wieder vergessen, als ich gestern ein Mail mit dem Fragebogen in meinem Maileingang vorfand. Ich füllte den Fragebogen gleich aus und sah mir danach das Resultat an. Obwohl mir vieles bekannt vorkam, befasste ich mich danach doch etwas intensiver mit dem Thematik. Von der Unmenge an Fachliteratur zum Thema, entschied ich mich für „Agile Unternehmen“ von Valentin Nowotny und „Das kollegial geführte Unternehmen“ von Bernd Oestereich und Claudia Schröder. Die Auswahl ist eher zufällig und hätte aufgrund der riesigen Auswahl an Publikationen auch anders ausfallen können.

Ach ja, sie wollen sicher noch wissen, ob ich nun auch Agil bin? Na klar bin ich das und Sie, sind Sie schon Agil?

 
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