Dauerthema Wirtschaftskrise - Fiktion oder Realität?
Écrit par Urs Tschanz Jeudi, 26 Juillet 2012 09:55
Letzthin habe ich mich daran erinnert, dass ich vor etwa 20 Jahren von einer Reihe von Schlag-zeilen über Sparkurs und Finanzknappheit beeindruckt war. Ich arbeitete damals als Assistent an der Universität und zusätzlich als Projektleiter für die Erziehungsdirektion des Kantons Bern. Für die Schulen standen weniger Gelder zur Verfügung und Schliessungen wurden in Betracht gezogen.Seither ist das Gejammer über Finanz- und Wirtschaftskrise in den Medien und in der Öffentlichkeit nicht mehr abgebrochen. Allenfalls war es bereits vor mehr als 20 Jahren omnipräsent und ich erinnere mich nicht mehr daran. Ich will mir nicht anmassen, ein Urteil über das Ausmass der Dauerkrise zu bilden, aber aus meiner ganz persönlichen Froschperspektive stelle ich folgendes fest.
- Wie ist es möglich von Krise zu sprechen, wenn der Staat oder der Bund Gelder hat, um Strassen ohne Löcher aufzureissen, damit diese wieder neu geteert werden?
- Wie kann man von Krise sprechen, wenn mit Bundesgeldern einerseits die Tabakbauern und andererseits die Werbung gegen das Rauchen subventioniert werden?
- Wie können wir von Krise sprechen, wenn die durchschnittliche Wohnfläche pro Person in den letzten 20 Jahren von 39 m2 im Jahre 1990 auf heute gut 50 m2 angestiegen ist?
- Etc, etc. etc.
Tatsache ist: Der Wohlstand nimmt zu, weltweit und ganz besonders in der Schweiz. Es gibt immer gegensätzliche Einzelbeispiele, auf die sich die Presse stürzt wie ein Adler auf seine Beute. Es ist halt viel einfacher, über den Verlust von 50 Arbeitsplätzen zu berichten als über das Entstehen von 200. Ich jedenfalls habe das Jammern satt, mehr als satt. Es hängt mir zum Halse hinaus, ich mag die ewig gleich lautenden Schlagzeilen gar nicht mehr lesen. Seit 20 Jahren wird mir eingebläut, dass es immer schlechter geht. Das stimmt schlichtweg nicht! Wenn ich mich nicht von diesen negativen Schlagzeilen distanziere, glaube ich plötzlich selber an den negativen Verlauf der Menschheitsentwicklung. Davor will ich mich bewahren.

