Mit der 3:1 Regel zum Erfolg
Geschrieben von: Andreas Hieronymi Montag, den 30. August 2010 um 07:44 Uhr
Kennen Sie die 3:1 Regel für erfolgsversprechende Kommunikation? „Ich kritisiere oft, aber ich lobe auch ungefähr ebenso oft" hört man ab und zu von Führungskräften. Dann ist ja alles ausgeglichen und in Ordnung, könnte man meinen. Diese Rechnung scheint jedoch nicht aufzugehen. Während beim Bankkonto ein Ebenmass an positiven und negativen Beträgen die Wage halten, gilt dies für menschliche Emotionen nicht. Der Grund dafür liegt darin, dass negative Äusserungen einem härter treffen als positive einem gut tun. Negatives scheint stärker zu wirken als Positives, daher braucht es mehr positive Impulse um zumindest die Waage zu halten, aber wie viel? In einer Studie mit 60 Management-Teams hat Losada untersucht, welche Bedeutung negative und positive Aussagen der Mitglieder auf die Teamleistung haben.
Positive Aussagen sind z.B. Wertschätzung, Unterstützung, Bestätigung, Lob, Komplimente. Negative Aussagen sind z.B. Kritik, Widerrede, Unzufriedenheit, Zynismus. Die 60 Teams wurden von Beobachtern während ihren Sitzungen durch Einwegscheiben beobachtet und ihre Äusserungen wurden bewertet. Das erstaunliche Ergebnis: Hochleistungsteams zeigen im Durchschnitt deutlich anderes Kommunikationsverhalten als die weniger starken Teams. Das Verhältnis von positiven zu negativen Äusserungen war bei Hochleistungsteams 5.6 zu 1. Bei mittelmässigen Teams 1.8 zu 1 und bei Teams mit schlechten Leistungen 0.36 zu 1. Losada und andere Forscher konnten feststellen, dass man ungefähr ab bei einem Wert von 3:1 auf der „guten" Seite ist. Solche Teams funktionieren besser. Bei Ehen scheint sogar ein Wert von 5:1 nötig zu sein, wie Gottman schon in den 90er Jahren aufgezeigt hat. Nur positive Kommunikation scheint jedoch auch nicht nützlich zu sein. In der Teamforschung zeigte sich, dass ab einem Wert von ca. 11:1, der positive Effekt positiver Kommunikation umkippen kann. Etwas Salz und Pfeffer in der Suppe ist also nötig. Es kommt jedoch auf das gute Mass dafür an. Was ebenso erstaunlich ist: vielen Führungspersonen scheint es leichter zu fallen Kritik zu äussern als Lob zu geben. Positive Kommunikation ist nicht nur eine Sache des Willens sondern auch des Übens und Bewusstseins.
Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit!